Mittwoch, 9. März 2016

Nicht schon wieder diese Frage ...

Mein häufigster Gedanke diese Woche.

Hinter mir liegt ein Vorstellungsgespräche-Marathon. Und so unterschiedlich die Unternehmen auch sind, es sind immer die gleichen Fragen.

Nur fällt es einem mal schwerer, mal leichter, sich da zu behaupten.


Und am Ende fühlt man sich hin und her gerissen, weil jedes Unternehmen eben so sein gewisses Etwas hat. 

Aber das will ich gar nicht weiter ausdiskutieren, sondern erzähle liebe von den Momenten, die mir nach dieser Woche einfach im Kopf blieben.

Unter anderem habe ich mich bei einem der größten Unternehmen Deutschlands beworben. Der große Teil meiner Volleyballmannschaft arbeitet dort. Nur habe ich niemandem was davon erzählt.
Und wie ich Freitag nach dem Gespräch mich gerade los mache, kommt einer meiner Kameraden vorbei. Grüßt erst noch normal, bis er feststellt, dass etwas an der Situation nicht stimmt und inne hält. 


In der Straßenbahn saßen in unmittelbarer Nähe zu mir zwei ältere Damen. Die eine, auf mich deutlich älter und gebrechlicher wirkende, bot der anderen ihre Hilfe an. Da aber keine Hilfe von Nöten war, hatte sich das auch schnell erledigt.
Wenig später stieg eine weitere ältere Dame, die wirklich schlecht zu Fuß ist, ein. Wieder wurde Hilfe angeboten. Ihre Antwort: "Bist du Gottes Sohn, so helfe die selbst". Mal von Religion abgesehen, sagt sie da etwas Wahres. Etwas, dass sogar meine Religionslehrerin, die übrigens weder eine Lehrerin, noch gläubig war, mir damals erklären wollte.



Auf Arbeit wurde mich stattdessen vor Augen geführt, warum man sich einfach weigern sollte, für Kunden extra ins Lager zu rennen.

Am 22.2. wurde ich im Laden von Herrn K. angesprochen. Im schroffen Ton, ohne ein "bitte", fragte er mich, ob wir von einem bestimmten Artikel noch mehr auf Lager hätten.
Da das als Kassiererin unter keinen Umständen in meinen Aufgabenbereich fällt, verwies ich ihn auf meine Kolleginnen. Irgendeine ist schließlich doch ins Lager gerammelt, um Herrn K., der sich sicher nicht mal bedankt hat, zufrieden zu stellen.

Heute hatte ich Herrn K. wieder an der Kasse. An seiner unfreundlichen Art sofort wieder erkannt. Sein Anliegen: Stornierung.


Interessanter ist aber eigentlich, was sich kurz nach Ladenöffnung abspielte. Meine Kollegin unterhielt sich mit einer Kundin, die sie ganz offensichtlich kannte. Nachdem die Kundin weg war, kam meine Kollegin zu mir und fragte, ob meine Mutter mal beim Bäcker gearbeitet hat. Meine Mutter ist gelernte Konditorin, so viel dazu. Es stellte sich heraus, dass die Kundin mit meiner Mutter zusammen die Lehre gemacht hat. Und sie mich als die Tochter meiner Mutter erkannt hat.


Und zu guter Letzt auf meinem Nachhauseweg. Ich komme an einer Gruppe Pennern vorbei. Ich denke, ich darf sie so bezeichnen, weil ich einige von ihnen schon häufiger in den vergangen Jahren biertrinkenderweise auf der Straße gesehen habe. Ein kleiner Streit, der dazu führt, dass einer der Menschen seine Überlegenheit klar machen will: "Ich habe drei abgeschlossene Berufsausbildungen." - "Ja, ich auch" ... ja nee, ist klar.


Ja, manchmal lohnt es sich, nicht immer nur mit Kopfhörern in den Ohren durch die Welt zu ziehen.

Kommentare:

  1. Jaja wir bösen Kunden, dabei seid ihr Verkäufer auch manchmal totaaal fies :P Da will ich was bestellen und frage "Ist es Version XY?" Sie "Seh ich nicht?" Ich "Naja version ABC bringt mir nichts" Sie: "ich sehs nicht" ich "naja dann kann ich es ja nicht bestellen wenn ich nicht weiß welche version ich da bestelle ^^;" Sie "Tja" Was soll ich denn als armer Kunde sagen? D:

    Und bei alten Damen sollte man auch nicht immer drauf reinfallen: Tante Tilli sitzt manchmal im Bus schön außen und packt sich ihre Tüte deomstrativ auf den nebensitz damit man ja nicht neben ihr platz bekommt, wir in der Stadt sind da halt abgebrühter ;)

    Schöner Bericht dennoch "Hier hilft nur Gott oder der ADAC"

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    1. Da kann ich nur sagen "Beruf verfehlt".

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