Sonntag, 26. April 2015

Museumsnacht Halle - Leipzig | 25.4.2015

Mit einem Hauch von Spontanität machte ich mich am Samstag auf zur Museumsnacht.




Die letzte Museumsnacht in Leipzig, die ich besucht habe, liegt schon einige Jahre zurück. Eigentlich verwunderlich, da ich von Museen eigentlich immer angetan bin. Es sei denn, ich nehme die ganze Berliner Museumsinsel an einem Tag durch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Los ging es für uns ausgerechnet in dem Museum, welches ich zuletzt besucht hatte: Dem GRASSI Museum.
Angesehen haben wir uns hier zunächst die Musikinstrumente-Ausstellung, anschließend die Völkerkunde-Ausstellung. Obwohl ich letztere ja erst Pfingsten letzten Jahres besucht hatte, war diese nicht langweilig für mich. Die Aufmerksamkeit ist schließlich irgendwo begrenzt, sodass man nie alles mit einem Mal wirklich wahrnimmt.

Danach ging es ins Museum der bildenden Künste. Dem wunderschönen *hust* Neubau ist es zu verschulden, dass ich bisher nie dort drin war.Gelohnt hat es sich allemal.Sehr zu empfehlen ist die aktuelle Ausstellung "Paul Klee - Sonderklasse, Unverkäuflich", die noch bis zum 25. Mai 2015 zu sehen ist.

Unser nächster Stopp war gleich nebenan, das stadtgeschichtliche Museum im Böttchergässchen. Dieses Wochenende war die letzte Chance, die Ausstellung "Die Fotografin - Bertha Wehnert-Beckmann 1815-1901" zu sehen. Die Ausstellung wäre glatt an mir vorbei gegangen. Schade, dass es jetzt für eine Empfehlung zu spät ist, denn die ausgestellten Daguerreotypien sind wirklich schön anzusehen gewesen.

Schließlich waren wir noch im sächsischen Apothekenmuseum. Auch dieses Museum ist auf jeden Fall eines Blickes wert.


Auch wenn es etliche Museen gibt, die uns ebenfalls interessiert hätten, mal ganz abgesehen von dem, was Halle zu bieten hatte, war es auf jeden Fall ein lohnenswerter Abend.
Und machen wir uns nichts vor: Mehr als 4 Museen sind von der Reizüberflutung her eh nicht verkraftbar.

Sonntag, 19. April 2015

Wochenrückblick #21 - Zurück. Oder so.

Eigentlich weiß ich gerade nicht, was ich schreiben soll.

Nach den schweren Wochen habe ich glatt verlernt, wie es ist, einfach zu schreiben. Zu schreiben über das Geschehene, nicht über Gedanken.


Vielleicht kann man aber auch meine Gedanken selbst als Geschehnis betrachten.
In meiner Depression ist mir das nie so ganz klar. In meiner Depression ist mir nämlich nichts klar.

Natürlich ist auch zwischen diesen Gedanken viel passiert. Viel Zwischenmenschliches. Viel, was mit dem puren Verstand nicht zu verstehen ist.
Dinge, die einfach passieren. Vielleicht, weil sie es müssen.

Aber Fakt ist, während eben diese Dinge geschahen, hatten meine Gedanken selbst Ruhepause.



Da alles weitere jetzt einfach nur zitiert wäre, lasse ich dieses Thema gut sein und komme auf das eigentliche Thema zurück. Wochenrückblick.

Das Uni-Leben pendelt sich so langsam wieder ein. Die Motivation ist zurück. Die vielen guten Dozenten, die wir dieses Semester haben, tragen da sicher keinen unwesentlichen Teil zu bei.
Es sind solche Dozenten, die mir damals im Meteorologie-Studium gefehlt haben. Dozenten, die das aus Überzeugung machen. Aus Spaß an der Sache.
Spaß, der sich auf die Studenten überträgt.

Zwischen durch habe ich mich, um runter zu kommen (was in den vergangenen Wochen ja etwas schwierig war), zwei Dingen bedient.

Einmal Musik. Als Beispiele wären da etwa Eternity von Stellardrone und Nordlys von Lauge & Baba Gnohm zu nennen.
Zum anderen konnte mich das Fotografieren halbwegs gut Ablenken.
Dabei ist auch wieder Einiges entstanden.













Was mich die Woche auch noch sehr bewegt hat war die 8. Episode des NerdzigRadio Podcasts zum Thema Doctor Who. Bewegt, weil er so viel Spaß gemacht hat.
Jeder, der die Serie Doctor Who kennt, ist auch davon überzeugt. Aber überzeuge einmal jemanden, der die Serie nicht kennt ...
So viel dazu.


Dienstag, 14. April 2015

Der schmale Pfad nach vorne

Nach mehr als einem Monat gibt es da plötzlich diesen einen Lichtblick.
Eigentlich war er die ganze Zeit da. Ich habe es nur nicht realisiert.
Denn um ihn zu sehen, muss ich anfangen, umzudenken.


Einfach ist das nicht. Denn meine Gedanken machen nach wir vor das, was sie selbst wollen.

Zu diesem Zeitpunkt ist mein Leben ein schmaler Pfad, den ich auf wackeligen Beinen gehe.
Erst einmal ist es gut, dass es weiter geht. Ich stehe ausnahmsweise nicht wieder an diesem toten Punkt, an dem ich keinen Sinn sehe, warum es weiter gehen sollte, könnte, müsste.

Aber in meiner Situation rutsche ich hin und wieder ab.  Und muss mich mit aller Kraft wieder hochziehen.

Ich kämpfe immer noch gegen diesen enormen Gedankenstrom an.

Gegen Schlaflosigkeit, gegen Appetitlosigkeit und hin und wieder auch gegen Tränen.

Aber wenigstens die Gedanken selbst sind gerade nicht mehr nur negativ.


Tut mir Leid, dass momentan eben nur solches Zeug von mir kommt.
Nur bin ich bis jetzt nicht wieder in der Verfassung gewesen, irgendetwas "Normales" zu schreiben. Aber ich denke, dass wird sich auch bald wieder ändern.

Donnerstag, 9. April 2015

Leben ist Kampf

Da ist sie wieder. Die Depression.

Man merkt, wie auf einmal alles bergab geht. Nein, gehen ist das falsche Wort. Alles fließt, man selbst wird von diesem Strom mitgerissen. Ohne Halt.


Und eh man sich versieht, wälzt man sich nachts nur noch herum, man denkt und denkt, und in seiner Verzweiflung hat man nur noch eine Möglichkeit: Weinen.

Vielleicht war ich in den letzten Tagen nie so ehrlich zu mir, wie wenn ich geweint habe. Tränen haben so etwas ehrliches an sich.

Nicht ehrlich hingegen ist dieses Gefühl von Minderwertigkeit.
Ich weiß nicht, wo es herkam. Aber plötzlich war es einfach da.
Dieses Gefühl, niemandem wichtig zu sein, ersetzbar zu sein, nichts wert zu sein.

Passt das eigentlich zu meinem Leben? Nein. Ich glaube nicht.

Aber meine Gedanken arbeiten gegen mich.


Ich habe nachts Angstzustände. Es geht soweit, dass ich Angst vor der Angst habe.

Auf einmal bin ich sogar mit mir am ringen, das Haus zu verlassen. Das hatte ich noch nie.
Auch wenn das nach dem letzten Wochenende wieder schwächer geworden ist: wenn ich auf dem Weg zur Uni den Hauptbahnhof betrete und gerade der Zug Richtung nach Hause einfährt, schreit alles in mir "Einsteigen".
Schließlich ringe ich mich doch durch, lieber in den Zug Richtung Uni zu steigen, aber Fahrten dieser Art waren schon mal schöner.

Alles ist ein einziger Kampf.


Ich war noch nie ein Mensch, der offen über seine Gefühle und Gedanken reden konnte.
Deswegen bleibt mir momentan nur das geschriebene Wort. Das, was wohl nie einer aus meinem direkten Umfeld lesen wird.



Ein Lichtblick: diese kleine Andeutung, mit den Worten "es geht mir einfach nicht gut", konnte ich mittlerweile herausbringen. Ich weiß nicht, wie viel meine Eltern etwa ahnen oder ob sie wieder einmal in eine völlig verkehrte Richtung denken. Aber wenigstens einen Teil ausgesprochen zu haben, das ist für mich ein enormer Fortschritt.

Bleibt abzuwarten, wie grau die Welt nächste Woche ausschaut, oder ob die Farbe vielleicht schon wieder zurückkehrt.



Ich hoffe, ihr verzeiht mir diesen Gedankensalat. Ich erwarte auch kein Verständnis. Aber manches muss einfach irgendwie raus.

Donnerstag, 2. April 2015

E-Werk Ost Festival 2015

Mit einem ordentlichen Line-Up lockte das E-Werk Festival, Partnerfestival des im Ruhrpott stattfindenden E-Tropolis Festivals, am 29.03. nach Dresden.




Zugegeben, den Termin auf Sonntag zu legen, sorgte bei vielen potentiellen Besuchern für Frust.
Ich hatte eben noch eine Unterhaltung mit meinem Großcousin, der mir, ebenfalls etwas gefrustet, erzählte, dass er gerne nach Dresden fahren würde, der Arbeitgeber das aber nicht mitmache.
Bei mir lag das Problem etwas anders: Mitfahrgelegenheit?!
Wenige Minuten später war dieses Problem dank einer Freundin auch geklärt.


Also fuhren wir am frühen Sonntag Nachmittag nach Dresden.
Die Location, das Eventwerk, sagte uns erstmal gar nichts weiter.
Es ein altes Fabrikgebäude, was einen sehr vorteilhaften Schnitt für solche Events hat, wie ich finde. Man hat eben nicht nur diesen "Schlauch" vor der Bühne, sondern kann zu Seite ausweichen, um da erstmal seine Ruhe zu haben.
Und wer sich jetzt vorab nicht schon fragt, wie das mit der Akustik in diesem Fabrikgebäude ausschaut (die in eben solchen meistens nicht die Beste ist ...) sei hier schon mal beruhigt: Dem Sound hat man die große Halle nicht angehört.


Los ging es mit head-less. Für mich war es die einzige Band auf diesem Festival, die mir gar nichts sagte. Im Endeffekt kann ich auch nicht allzu viel dazu sagen.
Fan von denen werden wir auf jeden Fall nicht. Musikalisch gut, gesanglich mangelhaft. Bei einem Lied zwang sich uns der Vergleich mit And One auf, aber das hat eigentlich auch nichts weiter zu sagen.


Anschließend betraten Torul die Bühne. Auf die war ich am meisten gespannt, da ich auf dem Amphi 2014 ja schon ein wenig angeteasert wurde, da ich da nur den Schluss des Auftritts mitbekam.
Torul war mein persönliches Highlight des Abends. Als völliges Gegenteil zur Band davor, ist hier der Gesang das leitende Element der Musik. Und dieser Gesang ist einfach nur mitreißend.

Die goldene Mitte stellte Solitary Experiments.
So wirklich zufrieden bin ich mit dem Auftritt nicht. Der Sound war nicht sonderlich gut und Sänger Dennis hat auf mich keinen allzu fitten Eindruck gemacht. Oder anders: War alles schon mal besser.
Aber ich will gar nicht weiter rummeckern, wahrscheinlich hätte ich meine Lieblingsband dieses Jahr wohl gar nicht gesehen.
Zumindest Leipzig wird die Band wohl erst nächstes Jahr wieder beehren.


Eine Band, die ich eigentlich auch schon immer mal live sehen wollte, war De/Vision. Ich höre De/Vision eigentlich ganz gerne. Nur live bringen sie es nicht wirklich. Das Lied, was ich mir am besten live vorgestellt habe, wurde gleich am Anfang verbraten.
Der Rest der Show war eher langweilig.
Auch soundmäßig war das Ganze nicht allzu gut abgemischt, das Schlagzeug war deutlich überpräsent. Ich kann ja verstehen, dass man da ein kleines Augenmerk drauf legen möchte, da das Schlagzeug hier eben das Element ist, das am besten zum Ausdruck bringt, dass das live ist und nicht etwas vom Band kommt. Dennoch hat man es hier etwas übertrieben und ich brauchte anschließend erstmal eine Kopfschmerztablette.


Kaum legten schließlich VNV Nation los, stellte sich bei mir schon die Gänsehaut ein. Sie legten wie immer eine grandiose und emotionale Show hin.
Da kann man gar nichts weiter zu sagen.



Während wir noch vor dem Ausgang warteten, damit sich unsere Gruppe sammeln konnte, ergab sich noch ein kurzes Gespräch mit Frank, dem Drummer von Solitary Experiments. Dieser vertraute uns an, dass entgegen der typischen Aussage "Ihr seit das beste Publikum" der Vorabend in Oberhausen beim E-Tropolis Festival natürlich deutlich mehr abging. Dass es in Dresden aber dann tatsächlich so voll wird, damit hat niemand gerechnet. Der Abend kann also, trotz der Terminlegung, als Erfolg verbucht werden.